Der Honda Civic Tourer kommt – etwas spät allerdings. In ganz Europa verkaufen sich kompakte Kombis ganz ausgezeichnet, nur Honda bot diese Karosserievariante unverständlicherweise ganze 13 Jahre lang nicht an.

Damit ist nun Schluss, der Honda Civic Tourer soll die große Lücke im Modellprogramm schließen. Doch kann der neue Kombi überzeugen?

Honda Civic Tourer: Sportliches und futuristisches Design

Honda Civic neu

Der neue Kombi Honda Civic Tourer

Der erste Eindruck polarisiert: Typisch für den Civic der letzten Jahre ist das Design futuristisch – beim Honda Civic Kombi scheinen noch einige Sicken hinzugekommen sein, die dem Fahrzeug in der Seitenansicht trotz der zusätzlichen Länge eine gewisse Spannung vermitteln soll. Die abfallende Dachlinie trägt seinen Anteil zum sportlichen Eindruck bei.

Zudem wurde so geschickt kaschiert, dass sich der Radstand beim Kombi Honda Civic Tourer nicht geändert hat. Weil nur das Heck verlängert wurde, fällt das Volumen des Kofferraums auch besonders üppig aus: 624 Liter Ladevolumen stehen zur Verfügung, bei umgeklappten Rücksitzlehnen können gar 1668 Liter eingeladen werden. Besonders angenehm beim Beladen ist die auffallend niedrige Ladekante. Die große Kofferraumklappe macht nicht nur die Beladung besonders einfach, auch die Sicht nach hinten hat sich gegenüber der Schräckheck-Variante des Civic stark verbessert.

Billiges Hartplastik, riesiger Kofferraum beim Honda Civic Kombi

Kofferraum im Honda Civic Kombi

Kofferraum im Honda Civic Kombi

Während das Platzangebot im Innenraum durchaus zu überzeugen weis, mag das Armaturenbrett nicht so recht in unsere Zeit passen: Zwar wird die Designsprache der Karosserie hier konsequent fortgesetzt, doch die Materialien enttäuschen. Glattes, billig wirkendes Hartplastik ist selbst bei vielen preiswerteren Konkurrenten verschwunden – nicht aber beim Civic Tourer. Technisch gibt es aber wenig zu kritisieren. Zwar werden derzeit nur zwei unterschiedliche Motorisierungen angeboten, die können aber durchaus überzeugen. Honda prognostiziert, dass die meisten Kunden in Deutschland den 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS wählen.

Damit ist der Kombi ausreichend motorisiert, der EU-Normverbrauch liegt bei sehr günstigen 3,8 Litern je 100 Kilometern. Außerdem steht ein Ottomotor mit 1,8 Litern Hubraum zur Wahl, der 142 PS leistet und dabei 6,2 Kraftstoff auf 100 Kilometern konsumiert. Gegenüber dem Schrägheck-Civic wurden beim Tourer die hinteren Dämpfer überarbeitet, was den Kombi etwas straffer auf der Straße liegen lässt. Gegen Aufpreis kann allerdings auch ein variables Dämpfersystem geordert werden, wodurch sich die Härte individuell einstellen lässt. Damit wird der durchaus sehr sportliche Anspruch, den die potenziellen Honda-Kunden an ihre Fahrzeuge haben, noch besser umgesetzt.

Die Alternative zum Honda Civic Tourer

Honda Civic Tourer innen

Honda Civic Tourer innen

Wer mit dem Laderaum des Civic Kombi nicht auskommt, für den stehen weitere Honda Kombi-Modelle zur Wahl. Zum Kombi-Portfolio Honda gehört der vergleichsweise schlicht und dennoch dynamisch gestylte Accord Tourer. Die Mittelklasse-Limousine gilt vor allem aufgrund der ausgereiften, zuverlässigen Technik als echter Geheimtipp in der Mittelklasse. Die besten Honda Kombis zeigen sich vor allem im Vergleich. Wer sich für die Lademeister der Japaner interessiert, sollte also am besten eine Probefahrt vereinbaren.