Autokoffer verdanken ihren Namen dem Umstand, dass sie für bestimmte Fahrzeugmodelle maßgeschneidert wurden. Insbesondere für die großen Marken wie VW, Mercedes, Porsche, Jaguar oder auch BMW existieren deshalb entsprechende Gepäckstücke. Zu unterscheiden ist zudem, wo die Koffer verstaut werden.

Neben dem Kofferraum steht auch das Dach zur Auswahl. Einige (jedoch nicht alle) Hersteller sprechen allerdings von Dachboxtaschen, um zwischen diesen Gepäckstücken und den Autokoffern unterscheiden zu können. Letztere können aus einem Textil-Kunststoff, Kunstleder oder auch Hartschale bestehen. Eine solche Variante ist besonders robust und kommt für das Dach praktisch immer zum Einsatz. Preislich beginnen Autokoffer bei einigen Hundert Euro und reichen bis in den vierstelligen Bereich.

Der Beginn der Autokoffer: eigentlich ein Kofferraum

So sah der Stauraum früher beim VW Käfer aus

So sah der Stauraum früher beim VW Käfer aus. Foto: Adobe / Mike Mareen

Die meisten Menschen denken bei der Bezeichnung Autokoffer spontan an schwere Truhen, die sie aus klassischen Hollywoodfilmen kennen. Diese wurden an Oldtimer befestigt und lieferten ausreichend Stauraum, um beispielsweise mit der Familie in den Urlaub zu fahren. Diese Koffer waren das, was wir heute als Kofferraum bezeichnen. Die Kisten wurden notwendig, weil die älteren Fahrzeuge entweder nur sehr wenig oder überhaupt keinen eigenen Stauraum besaßen. Vereinzelt sind die klassischen Autokoffer bis heute anzutreffen und richten sich an Nostalgie-Liebhaber. Einige moderne Varianten sind farblich zudem so wie die alten Kisten gestaltet.

Die Idee des Autokoffers entwickelt sich weiter

In den 1980er Jahren kamen langsam die Autokoffer auf, wie wir sie heute kennen. Verantwortlich hierfür waren vier Prozesse:

  1. Immer mehr Menschen hatten ein eigenes Fahrzeug.
  2. Der Kofferraum war längst Standard geworden.
  3. Fahrzeuge wurden zunehmend häufiger für Urlaubs- und Geschäftsfahrten genutzt.
  4. Bisherige Gepäckstücke waren nicht mit der Idee im Hinterkopf gestaltet gewesen, dass sie im Kofferraum Platz finden würden. Das Gesamtgepäck unterzubringen, bereitete deshalb große Probleme. Diese Schwierigkeit ist bis heute ein allseits bekanntes Problem.

Gepäckhersteller begannen deshalb damit, Autokoffer anzubieten, die speziell für die Maße des Kofferraums oder des Dachs eines bestimmten Fahrzeugmodells gedacht sind. Der Porsche 911 G, der nur über begrenzten Stauraum verfügt, war eines der ersten Autos, das mit entsprechenden Gepäckstücken bedacht wurde.

Unterschiede zwischen Autokoffern: Arten der Gepäckstücke und Sets

Autokoffer sind nicht immer tatsächlich Koffer. Neben den angesprochenen Boxen für das Dach, bei denen es sich um Boxen handelt, werden oft auch Taschen unter dem entsprechenden Label angeboten. Hierzu passt, dass die Koffer nur selten einzeln angeboten werden. Stattdessen handelt es sich fast immer um Sets. Typische Merkmale von Autokoffern sind:

  • Zwei- bis vierteilige Sets
  • Mischung aus Koffern und Taschen
  • Oft mit Rollen ausgestattet
  • Hochwertige Modelle sind abschließbar
  • Gepolsterte Griffe zum Tragen oder Ziehen
  • Mehrere Fächer

Sets: Stauraum-Angabe gilt für alle Koffer insgesamt

Was nicht passt, wird passend gemacht

Was nicht passt, wird passend gemacht. Foto Adobe / Pixel-Shot

Zu beachten ist bei Autokoffersets die Stauraumangabe. Je nach Fahrzeug kann es diesbezüglich erhebliche Unterschiede geben. Der Stauraum der Koffer für Sportwagen liegt beispielsweise oft unter 100 Litern. Für geräumigere Modelle sind Werte jenseits von 300 Litern keine Seltenheit. Käufer missverstehen bei Sets allerdings häufig die Angabe. Werden beispielsweise für drei Gepäckstücke 85 Liter angegeben, gehen sie davon aus, dass jeder Koffer einen entsprechenden Stauraum hat. Diese Zahlen sind jedoch immer Gesamtangaben. Im Beispiel haben also alle drei Gepäckstücke gemeinsam 85 Liter Stauraum.

Die richtige Auswahl treffen – abhängig vom individuellen Bedarf entscheiden

Wenn man nur das Nötigste mitnimmt, kann der Koffer kleiner sein

Wenn man nur das Nötigste mitnimmt, darf der Koffer kleiner sein. Foto: Adobe / Yakobchuk Olena

Bei der Gestaltung der Sets folgen die Designer zwei unterschiedlichen Konzepten: Bei der ersten Variante sollen alle Koffer möglichst gleich groß sein. Ideal ist dieses Konzept beispielsweise für einen Urlaub von drei oder vier Personen, die alle einen Koffer mitnehmen möchten. Bei der zweiten Variante sind die einzelnen Gepäckstücke unterschiedlich groß und weisen eine abweichende Beschaffenheit auf. Ein Autokoffer kann beispielsweise speziell dafür gedacht sein, Anzüge, vornehme Kleider oder Computer sicher zu transportieren. Die Auswahl für ein Set muss also abhängig vom individuellen Bedarf getroffen werden.