Zündkerzen halten je nach Bauart 30.000 bis 120.000 Kilometer; wann Ihre dran sind, steht im Serviceheft. Der Wechsel kostet in der Werkstatt meist 80 bis 300 Euro und lässt sich bei älteren Autos auch selbst erledigen, aber nur mit Drehmomentschlüssel. Woran Sie verschlissene Kerzen erkennen, was das Kerzenbild verrät und wann eher die Zündspule schuld ist.
Was die Zündkerze macht
Die Zündkerze erzeugt im Benzinmotor den Funken, der das Gemisch aus Luft und Kraftstoff entzündet. Die Hochspannung dafür liefert die Zündspule; moderne Motoren haben eine eigene Spule auf jeder Kerze. Im Brennraum herrschen dabei bis zu 2.600 Grad und 120 bar (NGK). Jeder Funke trägt ein wenig Material von den Elektroden ab. Dadurch braucht die Kerze mit der Zeit mehr Spannung, laut NGK etwa 500 Volt mehr je 20.000 Kilometer, bis die Zündung aussetzt.
Dieselmotoren haben keine Zündkerzen, dort entzündet sich der Kraftstoff selbst. Sie haben Glühkerzen, siehe unten.
Wie oft müssen Zündkerzen gewechselt werden?
Die Hersteller legen Intervalle zwischen 30.000 Kilometern für einfache Kerzen und 120.000 Kilometern für Kerzen mit Edelmetall fest (NGK). Beim VW Golf 6 mit 1.4 TSI sind es zum Beispiel 60.000 Kilometer oder 48 Monate. Maßgeblich ist der Wartungsplan im Serviceheft. Als grobe Orientierung:
| Bauart | Lebensdauer etwa | Preis je Kerze |
|---|---|---|
| Nickel (Standard) | 20.000 bis 40.000 km | 2 bis 6 € |
| Platin | 60.000 bis 80.000 km | 10 bis 15 € |
| Iridium | 80.000 bis 120.000 km | 15 bis 25 € |
Iridium schmilzt erst bei 2.450 Grad und erlaubt eine sehr dünne Mittelelektrode. Iridiumkerzen halten laut NGK im Schnitt doppelt so lange wie Standardkerzen. Platin- und Iridiumkerzen brauchen außerdem weniger Zündspannung und schonen damit die Zündspulen.
Symptome verschlissener Zündkerzen
- Zündaussetzer: Der Motor ruckelt, der Leerlauf wird unruhig.
- Motorkontrollleuchte: Sie leuchtet oft gleichzeitig, bei Aussetzern kann sie blinken.
- Startprobleme, besonders bei Kälte.
- Weniger Leistung beim Beschleunigen.
- Mehrverbrauch.
Quellen: Auto Bild (Mai 2026), Auto Zeitung, bussgeldkatalog.de (Juni 2026), NGK. Weitere Ursachen für einen streikenden Motor stehen unter Auto springt nicht an.
Kerze oder Zündspule?
Die Zündspule verursacht fast dieselben Symptome: Aussetzer, Ruckeln, Leistungsverlust, Motorkontrollleuchte, im schlimmsten Fall springt der Motor gar nicht an (Hella, Auto Bild). Ein häufiger Fehler ist, nur die Kerzen zu tauschen und die defekte Spule zu übersehen (Auto Bild).
Der Test: Die Spule des verdächtigen Zylinders mit der eines anderen tauschen. Wandert der Fehler mit, ist die Spule defekt (Auto Bild). Eine neue Spule kostet 20 bis 100 Euro, mit Einbau in der Werkstatt 100 bis 300 Euro je Spule. Spulen halten etwa 60.000 bis 120.000 Kilometer.
Was das Kerzenbild verrät
| Aussehen | mögliche Ursache |
|---|---|
| hell, gleichmäßig grau bis rehbraun | normale Verbrennung |
| schwarz verrußt | viel Kurzstrecke, die Kerze wird nicht heiß genug |
| dicke Beläge | schlechter Kraftstoff, hoher Ölverbrauch oder verbranntes Kühlwasser bei defekter Zylinderkopfdichtung |
| gebrochener Isolator | meist falsches Anzugsdrehmoment oder eine heruntergefallene Kerze |
| verschmolzene Elektroden | Überhitzung |
Was kostet der Wechsel?
In der Werkstatt meist 80 bis 300 Euro, darin sind sich Auto Bild, Auto Zeitung, bussgeldkatalog.de und fairgarage.com für 2026 einig. Den Preis bestimmen die Zahl der Zylinder, der Kerzentyp und wie gut die Kerzen erreichbar sind. Beim Vierzylinder dauert der Wechsel etwa eine halbe Stunde (Auto Zeitung). Beispiele von fairgarage.com (August 2026): Ford Fiesta ab 63 Euro, Opel Adam ab 106 Euro, Porsche Cayenne S E-Hybrid ab 236 Euro.
Zündkerzen selbst wechseln
Bei älteren Benzinern geht das mit einfachem Werkzeug. In modernen, engen Motorräumen mit aufgesteckten Zündspulen wird es deutlich schwerer (Auto Bild). Sie brauchen eine Zündkerzennuss, meist 16 oder 21 Millimeter, eine Ratsche mit Verlängerung und einen Drehmomentschlüssel. Selbst Profis können das richtige Anzugsmoment nicht schätzen, und die meisten Ausfälle von Zündkerzen gehen auf ein falsches Anzugsdrehmoment zurück (NGK).
- Nur am kalten Motor arbeiten, Zündung aus, Minuspol der Batterie abklemmen.
- Motorabdeckung abnehmen, Zündspulen oder Stecker abziehen und markieren.
- Den Kerzenschacht mit einem Pinsel reinigen, damit kein Schmutz in den Zylinder fällt.
- Alte Kerze gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen.
- Neue Kerze von Hand ansetzen, damit sie nicht verkantet, dann mit dem Drehmomentschlüssel nach Vorgabe anziehen.
- Spulen oder Stecker wieder aufsetzen.
Quellen: ACV (November 2023), bussgeldkatalog.de, Denso. Das Anzugsmoment hängt vom Gewinde, vom Material des Zylinderkopfs und von der Dichtung ab; es steht beim Kerzenhersteller oder im Werkstatthandbuch. Tauschen Sie immer den ganzen Satz, nicht einzelne Kerzen (Auto Bild).
Glühkerzen beim Diesel
Glühkerzen heizen den Brennraum auf 800 bis 900 Grad, damit der Diesel bei Kälte zündet. Sie halten meist 100.000 Kilometer oder länger, bei viel Kurzstrecke weniger. Eine Glühkerze kostet 10 bis 20 Euro, der Tausch in der Werkstatt 150 bis 300 Euro. Blinkt die Vorglühlampe, steckt oft etwas anderes dahinter, etwa das AGR-Ventil oder der Partikelfilter (alle Angaben ADAC).
Häufige Fragen zu Zündkerzen
Warum soll der Motor kalt sein?
Im warmen Zylinderkopf kann sich die neue, kalte Kerze festsetzen, weil sich das Metall beim Abkühlen zusammenzieht (ACV, machs-selbst.org).
Kann ich andere Kerzen einbauen als vorgeschrieben?
Nur solche, die der Kerzenhersteller für Ihren Motor freigibt. Ein falscher Kerzentyp gehört zu den häufigsten Fehlern beim Wechsel (Auto Bild). Entscheidend ist auch der Wärmewert, der zur Temperatur im Motor passen muss.
Wie oft soll ich die Kerzen prüfen lassen?
Einmal im Jahr, etwa bei der Inspektion, raten Auto Zeitung und fairgarage.com.





