Wenn Sie mit ihrem Kombi überholen wollen, gelten dieselben Vorsichtsregeln wie bei jedem anderen Wagen. Da Kombis aber meist größer sind und manchmal auch schwere Ladung tragen, sollten Sie gerade in solchen Situationen bestimmte Tipps zum sicheren Überholen beachten.

Viele Kombi-Modelle sind sportliche Flitzer. Das gilt nicht nur für Benziner oder besonders PS-starke Kombi-Modelle: Auch mit einem modernen Turbodiesel Kombi-Auto überholen Sie problemlos sogar bei hoher Geschwindigkeit. Haben Sie jedoch auf Dach oder Ladefläche schwere Lasten gepackt, müssen Sie berücksichtigen, dass Ihr Kombi länger zum Beschleunigen braucht, schwerer zu bremsen ist und auch nicht so präzise auf die Lenkung reagiert.

Überholen im Kombi: Jedes Risiko vermeiden

Überholen im Kombi

Überholen im Kombi: So wäre das kein Problem

Wenn Sie mit Ihrem Kombi-Auto überholen, passen Sie natürlich immer auf, dass niemand entgegenkommt und Sie genug Platz für das Überholmanöver haben. Ältere Kombis, bei denen die Kompression des Motors nicht mehr so gut ist wie früher, haben weniger Anzug, beschleunigen also nicht mehr so willig wie neue Kombi-Modelle.

Wenn Sie sogar das Gefühl haben, Ihr Kombi hat ein durchgetretenes Gaspedal und starke Beschleunigung gar nicht mehr gern, dann verzichten Sie lieber auf das Überholen, wenn das zeitlich und nervlich möglich ist. Denn wenn ein Kombi-Auto zum Überholen ansetzt, braucht es jede Menge Gas. Vor dem Ausscheren schalten Sie einen oder zwei Gänge herunter, auf der Überholspur treten Sie herzhaft das Pedal durch und ziehen vorbei. Niemals mit dem Kombi-Auto überholen und dabei trödeln und niemals einen angefangenen Überholvorgang abbrechen. Die meisten Fahrer denken mit, aber es ist ganz wichtig, dass sich alle an dieselben Regeln halten. Der Verkehrsteilnehmer, den Sie mit Ihrem Kombi-Auto überholen, wird sein Tempo verringern, falls es eng wird. Sie müssen in einem solchen Fall also beschleunigen oder zumindest Ihr Tempo beibehalten.

Beim Überholen im Kombi an Gepäck denken

Die Stoßdämpfer vieler älterer Kombi-Auto-Modelle sind schon ziemlich ausgeleiert. Mit schlechten Stoßdämpfern, abgefahrenen Reifen oder verzogenem Fahrwerk gerät ein Überholvorgang schnell zum lebensgefährlichen Manöver. Das Fahrzeug lässt sich schwerer in der Spur halten und kommt es erst einmal ins Schlingern oder Schleudern, kann es fast nicht mehr gehalten werden. Hinzu kommt: Meist ist der Kombi so überladen, dass seine Fahreigenschaft anders sind als bei einer Limousine. Mit einem schwer beladenen Kombi-Auto überholen Sie besser nur dann, wenn der andere wesentlich langsamer und die Straße frei ist. Überholen ist kein Sport – klüger ist es, wenn Sie für Ihre Fahrten ausreichend Zeit einplanen und dementsprechend auch früh genug starten.

Fahrspaß im Kombi: So schalten Sie die Gänge richtig

Wo steht geschrieben, dass Sie Ihren Kombi nicht sportlich fahren können? Das richtige Schalten ist hierbei wichtig – aber einem älteren Kombi darf man dabei auch nicht zu viel zumuten.

Gas geben, Schalten, Bremsen: Das sind nicht nur im Kombi-Auto die wichtigsten technischen Vorgänge beim Fahren. Genau wie bei anderen Autos können Sie auch Kombi-Auto-Modelle zu höherer Leistung anspornen und die Lebensdauer von Motor und Getriebe verlängern, indem Sie richtig schalten.

Drehzahl und Beschleunigung im Kombi beachten

Audi RS 6 Avant nimmt Fahrt auf

Audi RS 6 Avant nimmt Fahrt auf

Wenn Sie Ihr Kombi-Auto starten, legen Sie unmittelbar nach den ersten Metern bereits den zweiten Gang ein. Der Erste ist vor allem zum Anfahren gedacht. Mit der Übersetzung, die dabei anliegt, können Sie Ihr Kombi-Auto nicht unbegrenzt beschleunigen. Wenn Sie das versuchen, merken Sie, dass lediglich die Drehzahl steigt, der Motor aber nicht mehr Leistung bringt. Dasselbe gilt auch für die Übersetzungen der anderen Gänge: Jede ist für den Betrieb in einem bestimmten Drehzahlbereich optimiert.

Richtig zu schalten heißt also vor allem, den Motor jederzeit im passenden Drehzahlbereich zu halten. In den Fahrzeugpapieren der Kombi-Modelle ist die maximale Leistung in PS immer kombiniert mit der Drehzahl angegeben, denn erst im richtigen Bereich bringt Ihr Kombi-Auto die maximale Kraft auf die Achsen. Dabei gilt vor allem bei älteren Fahrzeugen: Kombi-Auto-Modelle mit Dieselmotoren fühlen sich in niedrigeren Drehzahlbereichen wohler, während Sie Ihren Benziner auch mal höher drehen können.

Im Kombi die Gänge richtig schalten mit Ohr und Gefühl

Sie können hören und fühlen, ob sie Kombi-Modelle richtig schalten. Wenn Sie sich unsicher sind, schauen Sie auf den Drehzahlmesser. Dort sehen Sie, mit wie vielen Umdrehungen pro Minute der Motor Ihres Wagens gerade läuft. Vor dem Überholen oder vor steilen Strecken ist es ratsam, einen Gang herunterzuschalten. Braucht der Motor aber keinen Vortrieb, können Sie ihn auch in einem höheren Gang laufen lassen. Wenn es beispielsweise auf der Autobahn bergab geht, kann sich der Motor vom Kombi-Auto im höchsten Gang erholen. Das Auskuppeln wurde früher empfohlen, um Benzin zu sparen. Dabei können Sie allerdings nicht die Motorbremse nutzen und müssen öfter und länger bremsen, damit Ihr Auto nicht zu schnell wird. Heute bietet zum Beispiel Porsche wieder Kombi-Auto-Modelle mit Freilauf an. Dabei trennt die Kupplung automatisch den Motor vom Antriebsstrang ab, wenn keine Kraft zur Beschleunigung gebraucht wird.