Der Frühling will nun einmarschieren – das gilt auch beim wichtigsten Garagen-Inhalt, dem Kombi. Was für das frühlingsfrische Aufbereitungsprogramm alles zu beachten ist und wie man dabei vorgeht, zeigt Ihnen folgender Artikel.

Gute Gründe

Warum sollten Sie Ihrem Auto zu Frühlingsbeginn Pflege angedeihen lassen, wenn das Wetter jetzt nicht mehr belastend ist? Ganz einfach:

  1. Bei jedem winterlichen Kaltstart läuft Kraftstoff an den Kolbenringen vorbei in die Ölwanne – der lebenswichtige Schmierstoff ist jetzt verdünnt.
  2. Streusalz klebt wochenlang in den Radläufen und am Unterboden. Jede Sekunde, die es dort verbringt, ist ein Rost-Risiko.
  3. Streu-Split wurde durch Ihre Vordermänner hochgeschleudert und hat die Fahrzeugfront bombardiert. Wird hier nichts getan, leidet der Lack und es besteht Rost-Risiko.
  4. Der Innenraum wurde durch das Hereintragen von Schneematsch und Streusalzresten nicht minder stark in Mitleidenschaft gezogen.
  5. Vom Herbst sind wahrscheinlich noch Wasserabläufe, Lüftungen und dergleichen mit Blattresten verstopft. Die faulen nicht nur, sondern bleiben mit Wasser vollgesogen, bis Sie sie entfernen.
  6. Mit jedem Grad über 10 °C werden Ihre Winterreifen über Gebühr strapaziert, weil Ihre Gummimischung zu weich wird und sie schneller verschleißen.
Autopflege nach dem Winter: Der Dreck muss runter

Autopflege nach dem Winter: Der Dreck muss runter.

Ergo: So, wie Sie Ihren Kombi auf den Winter vorbereiten sollten, sollten Sie im Frühling auch eine Nachbereitung durchführen.

Autopflege: Die richtige Zeit

Wann sollten Sie mit dem Frühjahrsputz beginnen? „Nicht zu früh“. Je nach Region kann es auch im März noch Schnee und Frost geben. Die beste Regel ist der Blick auf das Thermometer: Wenn die Tagestemperaturen im zweistelligen Bereich bleiben, können Sie das Pflegeprogramm starten.

1. Innenraum

Viele Autofahrer transportieren eine sorgsam zusammengestellte „Winterkiste“ mit Decken, Taschenlampe und Co. durch die trüben Monate. Sinnvoll ist diese Winterkiste, nun kann sie aber raus – ihr Gewicht treibt nur den Kraftstoffverbrauch hoch.

Ähnliches gilt für alles andere, was sich im Innenraum angesammelt hat. Der Frühjahrsputz ist die Gelegenheit, Ihren Wagen so leerzuräumen, wie er es als Neuwagen war.

2. Ölwechsel & Flüssigkeits-Check

Der Motor braucht womöglich frisches Öl.

Der Motor braucht womöglich frisches Öl.

Einmal jährlich sollte jedes Auto einen Motorölwechsel bekommen – das schreiben auch viele Hersteller vor. Aus den genannten Gründen (Ölverdünnung) ist dafür der Frühling ideal. Das kann (und darf) man auch in Eigenregie übernehmen.

Aber: Ein seriöser Ölwechsel beinhaltet immer auch den Ölfilter sowie den Ablassschrauben-Dichtring. Schon um zu vermeiden, für Ihr exaktes Kombi-Modell etwas Falsches zu bekommen (Hersteller wechseln Teile innerhalb eines Modells ständig), könnten Sie diese Autoteile beim Spezialisten Daparto bestellen. Dieser arbeitet direkt mit den Händlern zusammen und listet auch Alternativen unterschiedlicher Anbieter – der Frühjahrsputz muss ja nicht teurer werden als unbedingt nötig.

Ist das Öl drin, bitte auch alle anderen Flüssigkeitsstände checken.Namentlich Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit und Scheibenreinigungsflüssigkeit.

3. Außenraum

Danach ist es an der Zeit, den Außenbereich zu säubern. Das können Sie in einer Waschstraße machen lassen – schon, weil es da ein Unterbodenreinigungsprogramm geben wird, das Ihnen diesen so wichtigen Job abnimmt.

Wenn Sie es schonender möchten, müssen Sie natürlich putzen – aber bitte nur bei einer ausgewiesenen SB-Autowäsche, nicht vor der Garage. Das Thema Heim-Autowäsche ist ein rechtlich heißes Pflaster. Manche Kommunen verbieten es, andere erlauben es nur mit klarem Wasser und über allem schwebt das Gewässerschutzrecht.

Wichtig: Alle Türen und Klappen öffnen und dort akribisch Blätterreste entfernen.

4. Lackpflege

Direkt an die Außenreinigung sollte sich – bei gutem Wetter – eine Kontrolle des Lacks anschließen.

Wichtig: Wo es sichtbare Abplatzungen usw. gibt, sollten diese sofort im Spot-Repair-Verfahren beseitigt werden, bevor sie sich zum echten Problem auswachsen.

Doch auch ohne Lackschäden, sollten Sie sich nun die Zeit nehmen und Ihren Kombi bei der Autopflege erst wachsen, um ihn anschließend sorgsam zu polieren. Ist das erledigt, kommt langsam der Innenraum an die Reihe.

5. Innenraum

Und diese Innenraum-Pflege beginnt damit, dass Sie alle Dichtungen von Türen und Heckklappe per Lappen und einem milden Reinigungsmittel säubern – sie haben unter der Kälte, die sie hart machte, oft besonders gelitten.

Dann gehen Sie in der folgenden Reihenfolge vor:

  1. Den Innenraum gründlich aussaugen, damit bei den weiteren Arbeiten kein Staub mehr aufgewirbelt wird.
  2. Alle Fenster sowie Oberflächen mit einem feuchten Tuch abreiben. Bei den Fenstern danach mit Glasreiniger und Küchenkrepp nochmals drüber gehen.
  3. Gegebenenfalls die Polster unter Zuhilfenahme von Seifenlauge, Essig oder Spezialreiniger säubern – das ist jedoch nur nötig, wenn sie fleckig und/oder muffig sind.
  4. Die Kunststoffteile mit einem Pflegemittel abreiben. Bitte sparsam damit umgehen, es geht nur darum, die Oberfläche farbecht und geschmeidig zu halten.

Ist das getan, reiben Sie die Gummidichtungen von Türen, Klappen und beweglichen Seitenfenstern mit einem geeigneten Dichtungspflegemittel hauchdünn ein. Im Idealfall stellen Sie dann ein Schüsselchen Salz oder Silica-Gel ins Auto und lassen es über Nacht verschlossen stehen – das zieht die Feuchtigkeit vom Reinigen aus der Innenraumluft.

Wichtig: Haben Sie über den Winter die „guten, dicken Gummifußmatten“ genutzt, können Sie diese jetzt mit Haushaltsreiniger und einem Schrubber auf Vordermann bringen. Nach dem Trocknen freuen Sie sich über Gummipflegemittel.

Technik-Check gehört zur Autopflege

Man hört und sieht, ob der Motor rundläuft.

Man hört und sieht, ob der Motor rundläuft. Alles Fotos: Adobe

„Frühlingsfrisch“ sauber ist Ihr Kombi jetzt schon. Doch der sorgsame Besitzer geht noch ein Stückchen weiter. Am besten haben Sie jetzt einen Helfer dabei, der Ihnen beim Check der Technik hilft – das muss kein Experte sein, nur bei der Beleuchtung helfen:

  1. Ins Auto setzen, Zündung einschalten, dabei unter Abgleich der Bedienungsanleitung prüfen, ob alle Warnleuchten ordnungsgemäß aufleuchten.
  2. In folgender Reihenfolge alle Lichter langsam durchschalten und vom Helfer checken lassen: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Lichthupe, etwaige vordere Nebelscheinwerfer, Warnblinkanlage, Bremslicht, Rückfahrscheinwerfer, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenleuchte. Zum Abschluss (im Schatten vor einer Wand parken) prüfen, ob die Scheinwerferhöhenregulierung klappt.
  3. Den Verbandskasten herausnehmen und prüfen, ob sich sein Inhalt noch im grünen Bereich des Ablaufdatums befindet.
  4. Reserverad auf höchsten erlaubten Luftdruck (Bedienungsanleitung) bringen.
  5. Werkzeug und anderes Kofferraum-Zubehör auf Rost und Schäden überprüfen.

Sommerreifen

Die Sommerreifen stehen mit Absicht an letzter Position dieses Artikels zur Autopflege und auch der Arbeitsreihenfolge. Denn um die Winterreifen abzumontieren, braucht es andere Witterungsbedingungen:

Erst wenn auch die Nachttemperaturen nicht mehr dauerhaft unter 6 °C fallen, sollten Sie auch die Sommerreifen aufziehen.

Das heißt, es ergibt Sinn, diese Arbeit getrennt vom Rest der Autopflege zu erledigen. Bitte bedenken Sie: Kühle Temperaturen beinhalten deshalb ein hohes Risiko, weil sie bei Sommerreifen die Gummimischung so hart werden lassen, dass diese nicht mehr genügend Grip liefert.

Aber: Egal ob Sie den Räderwechsel übernehmen oder die Werkstatt es tut, immer sollte bei der Gelegenheit auf den Zustand der Bremsscheiben/-trommeln und der Beläge geachtet werden. Der Belag sollte mindestens zwei Millimeter dick sein, je mehr, desto besser.

Damit darf dann der Frühling kommen – mit einem sauberen, technisch gepflegten Kombi.