Die Benzinpreise in Deutschland brechen einen Rekordhöchststand nach dem anderen und ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Doch wie sieht die Lage eigentlich bei unseren europäischen Nachbarn aus?

Die hohen Benzinpreise treffen jeden – vom Pendler bis zum Gelegenheitsfahrer. Auch Fahrer von Kombi-Autos sind gezwungen tiefer in die Tasche zu greifen, wenn sie ihr Auto auftanken möchten. Doch wo stehen wir im europäischen Vergleich?

Rasante Benzinpreis-Entwicklungen in Deutschland

Der ADAC zeigt auf, dass man in der 16. Kalenderwoche 2012 in Deutschland durchschnittlich 1,73 Euro für Superkraftstoff und 1,54 Euro für Diesel bezahlt. Das sind beim Super 0,49 Euro (bei Diesel 0,52 Euro) mehr als in der 16. Kalenderwoche 2009. Ein rasanter Anstieg der Benzinpreise für Kombi-Autofahrer, der nur in der Jahresmitte 2011 etwas abgebremst wurde. Geht man also von 1,73 Euro für Super aus, bezahlt der Kombi-Auto-Fahrer in Deutschland mehr als der europäische Durchschnitt (1,60 Euro).

Am günstigsten tankt man in Polen, Bulgarien und Rumänien mit Preisen zwischen 1,28 Euro und 1,40 Euro. Die höchsten Benzinpreise findet man in Norwegen, Griechenland und Italien, in denen der Liter Super zwischen 1,86 Euro und 2,06 Euro kostet. Zwischen dem teuersten Sprit in Norwegen und dem billigsten in Rumänien klafft also eine Lücke von 0,78 Euro.

Das Tanken im Ausland kann sich rentieren

Ähnlich sieht es beim Dieselpreis-Vergleich aus: Auch hier liegt Deutschland (1,54 Euro) leicht über dem europäischen Durchschnitt (1,49 Euro). Die Gruppe der teuersten Dieselpreise führt Norwegen vor Großbritannien und Italien an. Dort kostet der Liter Diesel zwischen 1,74 Euro und 1,86 Euro. Auch bei den günstigsten Ländern gibt es leichte Abweichungen zum Superkraftstoff. In Bulgarien ist Diesel mit 1,27 Euro pro Liter nur einen Cent günstiger als in Luxemburg. Der Abstand zwischen teuerstem und günstigstem Preis beträgt 59 Cent. Schaut man sich diesen Vergleich an, kommt man zu dem Schluss, dass es sich durchaus lohnen kann, Ihr Kombi-Auto im Ausland zu betanken, wenn es sich von der Entfernung her rechnet.

Besonders die günstigen Benzinpreise in Österreich und der Schweiz, sowie in Polen und Luxemburg verleiten den Super-Verbraucher zum Tanktourismus. Im Vergleich sind beim Diesel die Abstände zwischen den Preisen noch kleiner – hier lohnen sich vor allem Luxemburg und Polen, während die Schweiz aus der Liste der Empfehlungen herausfällt.

Darum kann es sich auch lohnen, die Umrüstung auf Autogas zu prüfen. Bis 2018 wird die Umrüstung auf einer Autogas-Anlage gefördert. Ob es sich rechnet, hängt dann am Ende von der Kilometerzahl ab, die man im Jahr fährt.