Das Idealbild vom Oldtimer ist durch Limousinen geprägt. Dass so mancher Klassiker als Kombi-Auto produziert wurde, wissen oft nur Kenner. Der Blick auf die Oldtimer mit dem kurzen Heck lohnt sich allerdings – etwa auf den amerikanischsten aller deutschen Klassiker, den Ford P1. Oder der Weltkugel-Kombi nach amerikanischem Vorbild: der Ford Taunus 12M.

Schon 1949 planten die Fordwerke einen Nachfolger für den Taunus; das Vorhaben erhielt die Bezeichnung „Projekt 1″. Dabei sollte ein Mittelklassewagen mit selbsttragender Karosserie entstehen. Obwohl man in Köln keinerlei Erfahrung mit der Konstruktion einer Pontonkarosserie besaß, gelang das Vorhaben schließlich.

Der erste neue Kombi von Ford nach dem Krieg

Den bereits für den Vorgänger vorgesehenen 1,5-Liter-Motor erhielt zwar auch das neue Modell zunächst nicht. Immerhin hatte man aber eine selbsttragende Karosserie sowie einen 38 PS starken 1,2-Liter-Motor vorzuweisen. Ab 1952 wurde der, heute als Oldtimer gefragte, „Weltkugel-Taunus“ in Köln produziert, ein Jahr darauf zusätzlich als Kombi-Auto. Er war der erste, nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entworfene, Personenwagen mit dem Zeug zum Klassiker – der Ford Taunus 12M mit Dreiganggetriebe, ab 1953 optional mit Vierganggetriebe.

Der Kombi 15M wurde „Streifentaunus“ genannt

Im Frühjahr 1953 wurde das dreitürige Kombi-Auto vorgestellt, woraufhin Sparmaßnahmen am Taunus 12M folgten, bevor 1955 ein leistungsstärkeres Modell Produktionsreife erlangte, das ebenfalls als Kombi-Auto erhältlich war – der Taunus 15M, mit 1,5-Liter-Motor und 55 PS. Ab 1957 wurde drei Jahre lang der Taunus 17M angeboten, der „Streifentaunus“, bevor 1962 die Reihe P1 durch den P4 ersetzt wurde.

Als Kombi: der deutsche Studebaker Champion

Die Konstruktionsabteilung hatte sich eng an das von Ford USA als Vorbild vorgeschlagene Modell gehalten. Insbesondere die optische Anmutung der ersten 12M-Generation hat große Ähnlichkeit mit dem Klassiker. Die Karosserie zeichnet sich durch klare Formen aus, deren Kanten zeittypisch gerundet sind. Der P1 wirkt eher charaktervoll als schnittig, was er bereits zu seiner Zeit schon nicht war. Die gebuckelte Motorhaube läuft, anders als beim Studebaker, der einen Propeller hat, in der berühmten Weltkugel aus, die dem Wagen den Beinamen „Weltkugel-Taunus“ eingetragen hat. Die erste Version wurde – sehr amerikanisch – mit einer durchgehenden Vordersitzbank ausgestattet. Achten Sie auf dieses Detail! Weiterlesen…