Es kommt gar nicht so selten vor, dass man entspannt aus seinem Urlaub zurückkommt und das – auf einem unbewachten Parkplatz – zurückgelassene Auto entweder aufgebrochen oder gar nicht mehr vorfindet. Damit ist die ganze Erholung dahin, der heimatliche Stress nimmt einen sofort wieder gefangen.

Man möchte nur Zuhause ankommen, aber nein, zunächst muss die Polizei gerufen werden, die den Schaden und den etwaigen Verlust von persönlichem Eigentum aufnimmt. Dies ist unumgänglich, um bei der Versicherung seine eventuellen Ansprüche geltend machen zu können. Die Zahl an Autoeinbrüchen und -diebstählen in Deutschland ist hoch.

Gerade auf unbewachten Parkplätzen ist die Gefahr eines Autodiebstahls groß

Gerade auf unbewachten Parkplätzen ist die Gefahr eines Autodiebstahls groß. Foto Adobe

Oftmals findet sich für Diebe zwar keine Beute, jedoch entstehen Beschädigungen am und im Auto, deren Reparatur teuer ist. Gerade wenn man sein Fahrzeug für längere Zeit unbeaufsichtigt abstellt, ist die Gefahr des Aufbrechens oder des Diebstahles groß. Potenzielle Täter beobachten teilweise das anvisierte Objekt. Stellen sie fest, dass der Pkw für längere Zeit nicht genutzt wird, greifen sie zu.

Autodiebstähle in Deutschland

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 19.026 Pkw gestohlen. Im Vorjahr lag die Zahl um ein Prozent höher, jedoch ist das Niveau seit 2009 als konstant zu bezeichnen. Die meisten Autodiebstähle finden in den Städten Berlin und Hamburg statt. In Bezug auf die Bundesländer gesehen ergibt sich folgendes Bild (Anzahl der Diebstähle in den Jahren 2016 und 2017:

  • Berlin – 2016: 4.855; 2017: 4.620
  • Nordrhein-Westfalen – 2016: 4.352; 2017: 4.249
  • Brandenburg – 2016: 1.357: 2017: 1.428
  • Niedersachsen – 2016: 1.342; 2017: 1.273
  • Hamburg – 2016: 1.271; 2017: 1.291
  • Sachsen – 2016: 1.226; 2017: 1.303
  • Hessen – 2016: 938; 2017: 1.009
  • Bayern – 2016: 914; 2017: 851
  • Baden-Württemberg – 2016: 717; 2017: 695
  • Schleswig-Holstein – 2016: 549; 2017: 541
  • Sachsen-Anhalt – 2016: 508: 2017: 644
  • Mecklenburg-Vorpommern – 2016: 366; 2017: 296
  • Rheinland-Pfalz – 2016: 334; 2017: 346
  • Thüringen – 2016: 225; 2017: 268
  • Bremen – 2016: 149; 2017: 145
  • Saarland – 2016: 85; 2017: 66

Sichere Autoverwahrung

Es gibt einige Möglichkeiten, das Auto während einer längeren Abwesenheit sicher zu verwahren. Dazu gehören:

  1. die eigene oder eine vorübergehend gemietete Garage,
  2. durch Kameras bewachte Außen- oder Innenparkplätze,
  3. rund um die Uhr durch Personal beaufsichtigte Parkhäuser und Freiflächen.
Bewachte Parkplätze oder Parkhäuser sind zwar meist etwas teurer, dafür aber auch überproportional sicherer.

Bewachte Parkplätze oder Parkhäuser sind zwar meist etwas teurer, dafür aber auch überproportional sicherer. Foto: Adobe

Sichere Abstellmöglichkeiten: bewachte Parkplätze und -häuser

Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt, schlägt mit der Verwahrung des Fahrzeuges direkt am Flughafen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen gelangt man bequem mit dem Gepäck dorthin, zum anderen ist das Auto dort sicher untergebracht. In der Regel steht eine große Auswahl an Stellplätzen zur Verfügung, sei es in einem Parkhaus oder auf einem Außenparkplatz.

Nahezu jeder Airport verfügt über Langzeitparkplätze, darüber hinaus gibt es in der näheren Umgebung weitere Angebote, meist ist ein Shuttleservice integriert. Die Mehrheit der gebührenpflichtigen Off-Street-Stellplätze Deutschlands sind in Einkaufszentren und innerstädtischen Lagen platziert. Knapp 1/3 befindet sich in Eventbereichen, darunter Veranstaltungshallen und Fußballstadien.

Zahlreiche weitere Parkplätze verteilen sich auf Flughäfen, Hotels und Krankenhäuser. Beispielsweise stehen für das Parken am Flughafen Hamburg insgesamt zehn Anbieter zur Verfügung, die ein sicheres Abstellen des Pkw ermöglichen. Die Gebühren gestalten sich äußerst unterschiedlich. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass, je weiter die Stellplätze entfernt sind, desto günstiger ist das Parken.

Welche Sicherheitsmaßnahmen kann jeder selbst ergreifen

Es finden sich eine Vielzahl an mechanischen und elektronischen Produkten auf dem Markt, die einen Diebstahl verhindern können. Diese sind unter anderem

  • Alarmanlagen: Die Funktionsweise ist einfach. Eine versteckt angebrachte Elektronik löst ein Signal aus, beispielsweise bei Erschütterungen, Neigungsänderungen im Fall eines Abschleppens oder Aufladens auf einen Anhänger, Glasbruch und Spannungsabfall. Bei letzterem wird die Alarmanlage ausgelöst, geht beispielsweise die Innenbeleuchtung beim Türen öffnen an.
  • Felgenschloss: An jedem Rad eines Autos wird eine Befestigungsschraube durch eine Spezialvariante ersetzt. Diese ist ausschließlich mit einem codierten Steckschloss lösbar.
  • GPS-Tracker: Ein Modul wird im Fahrzeug abgelegt, es zeigt auf dem Tablet oder Smartphone den jeweiligen Standort des Autos an. Bei einigen GPS-Trackern geht außerdem ein Alarm los, sollte der Pkw die eingespeicherte Geo-Zone verlassen.
  • Lenkradsperre: Diese besteht aus einer Metallkonstruktion, die man am Lenkrad befestigt, wodurch das Steuern des Pkw verhindert wird. Sie wirkt in der Regel abschreckend.
  • Lenksäulensperre: Die mechanische Lenksäulensperre unterdrückt den Start des Motors und verhindert gleichzeitig die Drehung des Lenkrades. Bevor das Fahrzeug verlassen wird, muss diese jeweils aktiviert werden.
  • OBD-Saver: Hierbei handelt es sich um eine Onboard-Diagnose-Buchse in Form eines abschließbaren Deckels. Diese soll das Ausprogrammieren der Wegfahrsperre verhindern.
  • Parkkralle: Sie wirkt – ebenso wie die Lenkradsperre – abschreckend, ist gleichfalls aus Metall gefertigt und verhindert ein Wegfahren des Fahrzeuges.
  • Schalthebelsperre: Man verlässt das Auto mit eingelegtem Rückwärtsgang, die Gangschaltung ist nicht mehr möglich.
  • Strahlenschutz/Schlüsseldose: Das Etui schirmt den Keyless-Schlüssel ab, wodurch die Funkverlängerung verhindert wird.
  • Ventilwächter: Er besteht aus einem Aufsatz für das Ventil des Reifens. Bei der entstehenden Fliehkraft durch das Fahren wird Luft abgelassen.

Eine weitere Variante zum Schutz vor Autodiebstahl, die sich jedoch als weniger erfolgreich erweist, ist ein eingeätzter Code in der Autoscheibe. Zum einen kann dieser zum Teil rückgängig gemacht werden, zum anderen schreckt es nicht alle Diebe ab: Die Scheibe wird nach dem Diebstahl einfach ausgewechselt, wodurch die Identifizierungsmöglichkeit entfällt.