Vom Kuhstall in den Gastank? Als Treibstoff hat sich Biogas längst einen Namen gemacht. Doch wo sind die Chancen des Treibstoffs, wo die Grenzen?

Die Nutzung von Biogas beziehungsweise Methangas als Treibstoff hat verschiedene Vorteile. Einerseits reduziert die Verwendung als Treibstoff die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen und anderen Energieträgern, andererseits erschließt die Landwirtschaft mit der Nutzung von Bioenergie eine neue Erwerbsquelle. Bevor jedoch Biogas Verbrennungsmotoren zum Laufen bringt, müssen verschiedene Hürden genommen werden. Diese betreffen, je nach Motorentyp und Einsatzbereich, entweder das Gas selbst oder den Motor, der damit betrieben wird.

Welche Anforderungen stellt Biogas als Motorentreibstoff?

Die Aufbereitung von Biogas für Verbrennungsmotoren hängt vom eingesetzten Motorentyp ab. Aber auch die Verbrennungsmotoren müssen für den permanenten Betrieb umgerüstet werden. Dies rührt daher, dass der im Biogas enthaltene Anteil an Methan starken Schwankungen unterliegt und so mancher Inhaltsstoff sich schädlich auf den Biogasmotor auswirkt. Diese Eigenschaften stellen an Biogasmotoren deutlich höhere Anforderungen als an Verbrennungsmotoren, die mit fossilen Treibstoffen betrieben werden. Die Folge sind deutlich kürzere Wartungsintervalle und eine regelmäßige Überprüfung der Verschleißteile. Diese Umstände begünstigen eine stationäre Verwendung von Biogasmotoren wie zum Beispiel in Blockheizkraftwerken.

Welche Motorentypen gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Die bevorzugten Biogasmotoren sind der Zündstrahlmotor, der auf dem Prinzip des Dieselmotors arbeitet, und der Ottomotor. Beide finden in Blockheizkraftwerken Verwendung. Während der Ottomotor direkt mit Biogas betrieben werden kann, sofern der Anteil an Methan mindestens 45 Prozent beträgt, muss für den Betrieb mit Zündstrahlmotoren noch Zündöl hinzugefügt werden. Der Anteil an Zündöl darf in Deutschland nicht höher als 10 Prozent sein und muss zudem aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, sofern der erzeugte Strom aus dem Blockheizkraftwerk nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden soll.

Welche Bedeutung hat Biogas für Kraftfahrzeuge?

Beim Tankstellen-Biogas handelt es sich um sogenanntes Biomethan. Das aus Biogas gewonnene Biomethan weist Eigenschaften ähnlich dem Erdgas auf. Ein gasbetriebenes Kombi-Auto kann wahlweise mit Erdgas oder Tankstellen-Biogas betankt werden. Dennoch findet Tankstellen-Biogas zur Betankung von Fahrzeugen wie dem gasbetriebenen Kombi-Auto relativ wenig Bedeutung. Ein gasbetriebenes Kombi-Auto wird in der Regel mit Erdgas betankt, dem Biomethan beigemischt wurde. Während also Tankstellen-Biogas als Treibstoff für das Kombi-Auto ein Nischendasein fristet, kommt ihm bei der Einspeisung in das Erdgasnetz wesentlich mehr Bedeutung zu.