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Stahlfelgen: Besser als ihr Ruf unter Autofahrern

Hierzulande gelten Stahlfelgen als wenig attraktiv unter den verschiedenen Radfelgen fürs Auto. Dabei überwiegen die Vorzüge der Stahlfelge gegenüber der Leichtmetallfelge deutlich.

Grund genug als, die Stahlfelge etwas genauer zu betrachten.

Denn darauf kommt es ja bei der Auto-Ausstattung an: Dass einerseits die Funktionalität den eigenen Ansprüchen beim Autofahren genügt und dass andererseits das Erscheinungsbild ansprechend ist.

Die Herstellung von Stahlfelgen im Wandel der Zeit

Die Stahlfelge ersetzte aufgrund der höheren Festigkeit das Holzspeichenrad in den ersten Jahrzehnten des Automobils. Die Stahlindustrie war jedoch noch nicht in der Lage, aus verschiedenen Metallen wirklich hochfeste Stahllegierungen herzustellen. Daher waren Stahlfelgen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts verhältnismäßig schwer. Hergestellt werden Sie aus Gussstahl und gewalztem Stahl. Pkw-Stahlfelgen werden heute ausschließlich aus Walzstahl gefertigt, nur bei Nutzfahrzeugen sind noch Gussstahlfelgen zu finden.

Stahlfelge versus Alufelge – das Argument der leichteren Alufelge stimmt nicht mehr ganz

Stahlfelgen

Stahlfelgen von Alcar

Wegen des enormen Gewichts setzte sich vor allem im Motorsport die Leichtmetallfelge durch. Sie verringerte die ungefederte Masse unterhalb des Fahrwerks, was zu einer signifikanten Verbesserung des Fahrverhaltens führte. Um besser zu verstehen, weshalb moderne Stahlfelgen mehr Vorteile als die meisten Leichtmetallfelgen aufweisen, ein Blick auf die Herstellung dieser Felgen.

Vornehmlich werden Aluminiumlegierungen verwendet, da Magnesiumlegierungen für das Alltagsfahrzeug viel zu kostspielig ist. Die meisten Alufelgen werden gegossen, weshalb ein bestimmtes Gewicht nicht unterschritten werden darf, das das Gefüge dann nicht mehr stabil genug wäre. Soll die Leichtmetallfelge besonders leicht sein, ist sie zu schmieden. Das erhöht aber den Preis maßgeblich. Gleichzeitig ist die Stahlindustrie längst in der Lage, hochfeste Stahllegierungen zu verwenden.

Dadurch haben sich die Wandstärken von Stahlfelgen erheblich verringert. Der einst angeführte Gewichtsvorteil der Aluminiumfelge gegenüber ihrem Stahl-Pendant ist folglich nicht mehr gültig. Nur Magnesium- oder Verbundfelgen (Karbon oder Kevlar) bieten den Gewichtsvorteil, sind aber sehr teuer. Auch andere Vorteile der Stahlfelge sind in den Nachteilen der Alufelge begründet. Die Alufelge benötigt eine widerstandsfähige Lackierung. Wird diese beschädigt, oxidiert das Aluminium sofort bei Kontakt mit der Luft.

Mehr Sicherheit durch eine Stahlfelge

Im Bereich des Felgenhorns, an den Berührungspunkten mit den Reifen, kommt es zudem zu Reibung. Dadurch entsteht hier oftmals unbemerkt vom Autobesitzer Korrosion. Diese kann so weit führen, dass der Pneu Luft verliert. Außerdem reagiert Aluminium im Zusammenspiel mit Streusalzen, Luft und Wasser auch auf die Stahlauflageflächen an der Radnabe. Durch Oxidation kann die Alufelge zu fest kleben, dass sie mit einem Vorschlaghammer entfernt werden muss. Selbst die Radschrauben sind diesem Risiko ausgesetzt. Zwar werden spezielle Alufelgen für den Wintereinsatz mit einer dicken Lackschicht versehen, doch Beschädigungen sind auch hier nicht auszuschließen. Mit der Stahlfelge ist der Fahrzeugbesitzer immer auf der sicheren Seite.

Variationen der Stahlfelge und ihre Anwendungen

Nicht nur im Winter werden Stahlfelgen gerne benutzt. Gegenüber Leichtfelgen sind sie insgesamt widerstandsfähiger. Daher ist die Stahlfelge auch bei Geländefahrzeugen nicht wegzudenken. Mit Leichtmetallfelgen ins Gelände fahren stellt immer ein Risiko dar, welches durch die Verwendung von Stahlfelgen schnell auszuschließen ist. Interessanterweise ist es für Geländewagen möglich Stahlfelgen zu kaufen, die ein ansprechendes Design aufweisen.

Bei Pkw-Stahlfelgen wird das Design leider meist vernachlässigt. Aber auch die amerikanischen Automobilfreunde zeigen eindrucksvoll, dass mehr in der Stahlfelge steckt. In den USA ist es selbstverständlich, Stahlfelgen zu verchromen. Verchromte Stahlfelgen sind ein echter Blickfang. Wer verchromte Stahlfelgen hierzulande kaufen möchte, muss allerdings etwas mehr Geld investieren.

Worauf achten beim Kauf von Stahlfelgen?

Neue Stahlfelgen sollten ausschließlich von einem Anbieter erworben werden, der seinen Sitz mindestens in der Europäischen Union, besser aber in Deutschland oder Österreich hat. Andernfalls kann wie bei Alufelgen die Qualität der Felge nicht gegeben sein. Test zu Stahlfelgen verschaffen einen Überblick über deren Qualität. Beim Stahlfelgen aussuchen sollte bei gebrauchten Felgen auf äußerliche Schäden geachtet werden. Im Gegensatz zu Alufelgen lassen sich hier Schäden nicht durch Reparaturen kaschieren.

„Die fachmännische Ausführung ist entscheidend für die Qualität der fertigen Stahlfelge. Fehler von zehntel Millimetern bei Zentrierbohrungen können zu Vibrationen in einem Auto führen, in dem eine mangelhafte Felge eingebaut ist.“, so oponeo.de.

Ein abgefahrenes Felgenhorn bleibt immer sichtbar. Natürlich korrodieren auch Stahlfelgen. Der Rost beginnt hier aber als Flugrost. Einige Rostflecken auf der Felge sind akzeptabel und können sogar den Preis drücken. Ein Problem stellen gebrauchte Felgen jedoch immer dar: Waren die Felgen bereits bei einem Unfall eingesetzt? Alufelgen bergen hier die größten Risiken, weil diese brechen können, Stahlfelgen jedoch nicht.

Neue Stahlfelgen immer vorzuziehen – und noch dazu preiswert

Allerdings sind Stahlfelgen so preiswert, dass der Neukauf ohnehin vorzuziehen ist. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Felgenmaße mit den Vorgaben im Fahrzeugschein übereinstimmen. Bei Fahrzeugen mit dem neuen Fahrzeugschein (Teil I und II) sind nicht mehr alle freigegebenen Reifen- und Felgengrößen eingetragen. Ein Blick in entsprechende Tabellen des Fahrzeugherstellers schafft Abhilfe. Stahlfelgen werden von allen Reifenhändlern im Ladengeschäft und online angeboten. Viele Autoteileverkäufer haben ebenfalls Stahlfelgen im Sortiment.

Spezielle Stahlfelgen kaufen

Um außergewöhnliche Stahlfelgen zu kaufen, sind jedoch häufig spezielle Nischenanbieter wie Offroad-Teile-Shops oder US-Autoteile-Importeure und Geschäfte zu kontaktieren. Übrigens – und das weiß kaum ein Autobesitzer – schont der Einsatz von Stahlfelgen gegenüber Alufelgen die Umwelt und Ressourcen maßgeblich. Für die Gewinnung von Aluminium wird Bauxit abgebaut. Dafür werden große Urwaldflächen gerodet.

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